26.Juni 09 Vortrag von Marcel Geisser in Nördlingen, Sparkassensaal
Meditation - Weg zu
innerer Freiheit? Hat der Buddhismus Antworten auf die heutige Zeit?
Zuerst möchte ich mich recht herzlich bedanken, dass ich hier vor Euch reden kann. Für gewöhnlich werde ich von einer der Landeskirchen eingeladen. Ich gebe viele Vorträge in kirchlichem Umfeld, weil die Leute Interesse am Buddhismus haben. Der Dalai Lama ist ja sicherlich auch ein ganz großer Werbeträger. Er ist uns allen eine bekannte Figur und vertritt eine Art Buddhismus, die sehr liberal ist. Und da muss man leider dazu sagen: Das gilt überhaupt nicht für den gesamten Buddhismus.
„Buddhismus“ gibt es nicht. Aber wenn Sie Ihre eigene Religion anschauen, die gibt es ja irgendwie auch nicht. Es gibt nur alle Arten von Schattierungen, Formen, wie man das auslebt. Man kann auch nicht sagen, es gibt das Christentum. Was ist das?
Es ist ein Sammelsurium von unzähligen Unterformen, Untergruppierungen. Dasselbe gilt für den Islam, für den Hinduismus, für den Buddhismus - und ich vertrete insofern auch eine ganz spezifische Art buddhistischen Denkens. Ich habe einfach gesehen, dass es im Asiatischen halt auch vieles gibt, das schon ziemlich verstaubt ist. Für manche hat diese Verstaubte auch eine enorme Attraktion, weil es so althergebracht ist, voller Formen und Rituale, die man kaum nachvollziehen kann oder voller Gebete und Rezitationen, die häufig in den asiatischen Sprachen rezitiert werden - und wenn die Leute wüssten, was sie da rezitieren, würden sie es häufig gar nicht mehr tun, weil es ziemlich fromm daherkommt. Aber weil es so fremd ist, kann man das leicht runterraspeln ...
Und wir haben uns hier im Haus TAO langsam eine Art von Buddhismus erarbeitet, wo man einfach weiß, was man tut. Wir wissen, wofür wir die Dinge tun.
Nun, wenn hier steht: „Hat der Buddhismus Antworten auf Fragen der heutigen Zeit?“ - wäre ich jetzt ein strikter Buddhist, ein strikter Zen-Buddhist, dann müsste ich jetzt sagen: „Nein. Wir brauchen keine Antworten.“
Der Buddha soll nach seiner Erleuchtung gesagt haben: „Die Erleuchtung hat mir nichts gegeben.“ Und wenn Sie das so hören, könnten Sie sich fragen: „Was mache ich hier? Warum gehen wir nicht runter in den Biergarten, da gibt es wenigstens noch eine Erfrischung?!“
Also wie kommt der Buddha dazu, nach seiner tiefsten religiösen Erfahrung zu sagen: „Die Erleuchtung hat mir nichts gegeben.“? Das haben ihm andere manchmal sehr übel genommen und haben gesagt: „Der Arme hat zugegeben, dass er keine ‚Gotteserfahrung’ gemacht hat!“ (oder keine ‚Seinserfahrung’) - und der Buddha meinte was ganz anderes. „Die Erleuchtung hat mir nichts gegeben, was nicht schon immer da gewesen wäre.“ Und das ist eine ganz andere Ausgangslage: „Der Mensch“ - aus dieser Erfahrung, die der Buddha gemacht hat - „der Mensch, wir alle, wir haben alles, was wir brauchen. Es ist alles da.“
Bei einer Gelegenheit kam ein Mann zu ihm. Buddha saß in Bodh Gaya im nördlichen Indien und der Mann fragte ihn: „Was
machst Du hier? Du sitzt den ganzen Tag unter diesem Baum und meditierst - was
soll das Ganze? Warum reist Du nicht in der Welt herum, lernst fremde Sprachen,
fremde Völker, schaust Dir die Kultur dieses Landes an?“
Und er meinte: „In diesem Körper ist alles, was wir
brauchen.“ (- also in diesem Geistkörper.)
Hier drin ist alles, was
wir brauchen und deshalb brauchen wir nicht zusätzlich etwas dazu. Das ist
natürlich unserem gesamten Denken total entgegengesetzt. Und wenn ich da auf
dieses Thema eingehe, kommt manchmal der Eine oder Andere, und sagt: „Was Du
hier predigst, mein Lieber, ist der Untergang unserer Wirtschaft. Das ist der
Untergang unserer Welt, weil unsere Welt davon lebt, dass wir alle noch
möglichst viel brauchen. Das hält das ganze Ding am Drehen.“ Und meine Antwort
ist meistens in etwa die: „Also ich habe keine Angst, dass wegen ein paar
mickriger Buddhisten die Weltwirtschaft zum Stehen kommt. Also das kann ich mir
irgendwie nicht vorstellen.“
Die wirklich religiösen
Menschen, die die Botschaft ernst genommen haben, das waren eigentlich immer
wenige, das war nie die große Menge. Wir gehören zwar vielleicht, wenn wir
Asiaten sind, schon rein von unserer Geburt her, von unserer Familie her, zum
Hinduismus, zum Buddhismus - oder hier
sind wir Christen. Aber wer praktiziert das, was gelehrt wurde? Wer von uns
praktiziert es denn wirklich? Selbst wenn man quasi professionell drauf ist wie
ich, wo es mein Job ist, diese Lehre zu leben und umzusetzen, sehe ich doch in
meinem Alltag ständig, wie schwer es ist. Wie ich selber auch dieser Idee immer
wieder anheim falle: „Vielleicht fehlt doch noch was?“ - „Vielleicht könnte ich doch noch schnell
... dieses Buch oder jenes Buch ...?“ -
Gut, ich bin da nicht so verführbar mit Büchern, denn ich lese nicht viel, weil
es mir nicht viel Neues gibt, außer vielleicht wissenschaftliche Bücher oder
Informationen bestimmter Art ...
Wer von uns fällt nicht
immer wieder auf diese Hintergrund-Idee
rein, die unsere Welt am Drehen hält? Uns wird ja ständig gesagt: „Empfinde
Mangel, und wenn Du dieses oder jenes Produkt noch hast, dann wirst Du
glücklich.“ Das ist doch die ständige Botschaft. Und so betrachtet ist dieses
Nicht-Tun, dieses Zurückkommen darauf, wer wir einfach sind, hier und jetzt - das ist eine sehr
radikale Drehung, eine sehr radikale Umdrehung der gewöhnlichen Denk-
und Handelsweise. Und das versuchen wir ganz praktisch auch umzusetzen, z.B.
mit Hilfe der Meditation.
Wenn also gesagt wird:
„Meditation gibt dir dieses oder gibt Dir jenes, Du wirst ein
besserer Mensch, Du
wirst intelligenter oder du wirst dies und jenes ..“, sollte man ein wenig
vorsichtig sein. Was ist hier wieder die Botschaft? Ist es nicht dieselbe
Botschaft, die schon immer läuft? Soll es uns nicht auch suggerieren: „Da fehlt
was!“
Meditation in seinem
Kern – (und ich spreche hier nur von der buddhistischen Sichtweise von
Meditation) - ist die Konfrontation mit
dem, was wir sind, und mit diesem Geist, der ständig auf der einen Seite
verlangt und haben will, nämlich etwas, was wir als gut erachten, als angenehm
erachten, vielleicht als Befriedigung bringend erachten - und auf der anderen
Seite versuchen wir ständig, etwas loszuwerden, was wir im Moment als
unangenehm erleben. Und in diesem Bereich zwischen Haben-Wollen und Wegstoßen
funktionieren wir für gewöhnlich den ganzen Tag.
Wenn wir uns damit
auseinandersetzen, dann kommt vielleicht ein Gefühl auf:
„Wie wäre es, wie wäre
mein geistiger Zustand, wenn ich mal für einen Moment nicht in dieser Spannung
leben würde? Wenn ich für einen Moment einfach sein könnte mit dem, was ist,
hier und jetzt, ohne bestimmte
Formen, ohne einer Religion oder neuerdings dem Buddhismus zuzugehören? Ohne
all diesen Krimskrams um uns herum, einfach zu sagen: Kann ich für einen Moment
mal hier sein und nichts mehr zusätzlich wollen? Auch wenn es hier im Moment
nicht so angenehm ist, vielleicht sind da
Bauchschmerzen, man hat Hunger, es ist kühl, dies und jenes erleben wir,
- und einfach sagen: Ok, ich bin einfach mit dem, was ist.“
Welche Wirkung hat das
auf uns? Was bringt uns das überhaupt? Denn wir fragen halt immer wieder:
„Wozu? Was bringt’s? Was habe ich davon?“
Das ist einfach die
Dauerfrage, die kommt. Wir haben sie tief in uns. Dann können wir die Frage mal
ernst nehmen: „Was bringt es uns? Was bringt uns dieses Nichts-Tun? Einmal
nichts müssen?“ - Es bringt uns in
Berührung mit dem Leben, ganz einfach so, wie es ist. Es bringt uns mit dem
schlichten und nackten Leben in Berührung. Und das ist eigentlich der
Kern, den wir haben.
Mein Lehrer Thich Nhat
Than hat uns eine Schrift, ein Sutra gelehrt, worin ganz klar ist: Das Einzige,
was wir eigentlich haben, ist das Leben. Er nannte dies eine Verabredung mit
dem Leben - unser Rendezvous, unsere Verabredung ist das Leben selbst, das
wartet auf uns. Aber wir sind offenbar selten dort. Wir nehmen diese
Verabredung irgendwie nicht wahr. Wir sind immer schon zwei, drei Schritte über
die Verabredung hinaus.
Also stellt Euch mal
vor, Ihr habt heute Abend nach diesem Vortrag noch eine Verabredung. Zuerst
freuen wir uns darauf, - das ist nämlich schon vorweggenommen. Ich will nicht
sagen, wir sollten keine Vorfreude haben im Leben, bitte nicht extrem. - Aber
stellen wir uns vor, wir freuen uns erst darauf, dann begegnen wir der Person.
Aber der Geist ist schon eingeübt, immer zwei, drei Schritte voraus zu sein.
Und wenn wir nach Hause kommen, merken wir vielleicht, ich bin ihm/ihr
überhaupt nicht begegnet. Weil ich ihm/ihr gar nicht begegnen kann. Weil ich
die Fähigkeit verloren habe, präsent zu sein, da zu sein und nicht mehr
vorauszueilen.
Also Nicht-Tun
oder Innehalten, da sein, ist etwas, was wir nicht gewohnt sind,
was wir nicht geübt haben. Und was man auch meistens nicht „einfach so“ kann.
Warum nicht? - Aus
Gewohnheit nicht!
Wer sich mit asiatischem
Denken beschäftigt hat, hat schon von dem Wort „Karma“ gehört, - ein ziemlich schwieriges Wort. „Das ist sein
Karma usw.“ ...
Eine ganz einfache
Übersetzung von Karma ist „der Weg der Gewohnheit“.
Wenn wir uns angewöhnen,
bestimmte Dinge zu tun, dann wird es eben zu unserem Karma. Es schleift
sich in unser Handlungsmuster ein, in unser Denkmuster. Wenn sich in unser
Denkmuster seit den ersten Kindertagen eingeschliffen hat, vorauszueilen, sich
ständig in Ideen aufzuhalten, in Plänen, in Vorstellungen, in Wünschen, haben
wir wahrscheinlich wenig Gewohnheit entwickelt, einfach mal da zu sein.
Und ich stelle mir
manchmal vor, wie mein Leben aussehen würde, vielleicht in 15 Jahren, was auch
immer, meinetwegen auch in 20 Jahren, und ich müsste sagen, ganz ehrlich: „Ich
war gar nicht da“. Also einen Wunsch habe ich, nämlich dass ich in den 40, 50,
60, 80 Jahren wenigstens mal da war. - Und da hat die buddhistische Erfahrung,
mit dem Geist zu arbeiten, einfach enorm viele praktische Handwerkszeuge
entwickelt.
Ein Handwerkszeug, das wir haben, ist
die Fähigkeit, den Geist anzuhalten.
Wenn wir das
nicht können, können wir alles Weitere nicht. Wenn wir unfähig sind, diese
Gewohnheit anzuhalten, wird der Rest schwierig.
Ein Beispiel: Vor Jahren
war ich mit einem thailändischem Mönch im Urwald, mit einer ganzen Gruppe von
Leuten, und wir hatten uns offenbar verirrt. Der gute Mönch ... man hat uns
vorgegeben, er kenne sich total gut aus im thailändischen Urwald. Aber nach ein
paar Tagen haben wir gezweifelt, dass er sich so gut auskennt. Wir sind einfach
gelaufen, weil niemand wusste wohin. Und weil die Sonne nicht mehr zu sehen
war, sondern nur Dunst, so wie Herbstnebel bei uns, sind wir für Tage im Kreis
gelaufen. Irgendwann kamen wir wieder an dieselbe Stelle und sahen, hier waren
wir doch schon mal. Das Eigenartige war, dass der Mönch eigentlich genau das
nicht gemacht, was der Buddha sagt!
Was machen wir
instinktiv, wenn wir merken, wir haben uns verlaufen?
Was würden Sie tun, wenn
Sie denken, ich habe mich verlaufen.
Wir bleiben stehen. Das erste, was man macht, wenn man sich verlaufen hat, ist stehen bleiben. Das wäre eigentlich normal.
Dieses Stehenbleiben hat in der Meditationschulung eine absolut
grundlegende Bedeutung. Wenn wir nicht fähig sind, mal innezuhalten - Stopping! Anhalten! Innehalten! -, dann ist der Rest schwierig.
Innehalten ist der erste Schritt zur Meditation.
Wenn Sie jetzt als Zuhörer ständig interpretieren, was ich sage, vorauseilen in Gedanken und sich vielleicht vorstellen, was er als nächstes wohl bringt, dann wird es schwierig, überhaupt dem Inhalt des Redners zu folgen. Wie schnell springen wir auf ein Wort auf, das jemand sagt: eine Assoziationskette beginnt und wir sind weg, irgendwo. Beim letzten Vortrag, beim vorletzten, beim Buch, das wir darüber gelesen haben, in unserer Gedankenwelt - die Fähigkeit innezuhalten ist eine ganz grundlegende Fähigkeit - und jetzt kommt der Witz an der Sache, was mich jedes Mal enorm freut, wenn ich darüber nachdenke: Wir haben das in uns, wir können das!
Es ist vielleicht nicht wahnsinnig gut entwickelt. Aber die Veranlagung ist da. Wir müssen nicht irgendwo hin, um es zu kriegen. Man kann es nirgends kaufen. Wir haben es schon, wir müssen es nirgends kaufen. Ihr braucht nicht wirklich teure Meditationskurse zu besuchen. – (Kirchenglocken läuten) - Ihr habt Glocken, gratis für alle. (einige Momente Schweigen und lauschen) Wir haben die Fähigkeit innezuhalten und - wenn wir das wollen - wir haben Werkzeuge dazu: das Telefon klingelt, jemand ruft draußen, die Kirchenglocke läutet. Und wir nehmen diesen Moment, dieses Signal, als Auslöser, um einfach mal innezuhalten, um die Fähigkeit, die Gewohnheit zu unterbrechen und Präsenz einzuüben, um diese Fähigkeit, die wir schon haben, zu vertiefen.
Gut - angenommen, wir haben diese Fähigkeit ein wenig entwickelt. Was gibt es Weiteres, was wir entwickeln können?
Dass wir vielen Illusionen aufgesessen sind. Wenn man innehält und ruhig wird, dann wird man sich vieler Illusionen bewusst. Manchmal ist das keine sehr tolle Botschaft, aber tiefer betrachtet, bringt es eine enorme Erleichterung.
Eine Illusion, der wir häufig aufsitzen, die oft zum Teil gesellschaftlich untermauert wird, ist, dass gewisse Dinge beständig sind. Aber sie sind nicht beständig - oder habt ihr schon lange nicht mehr in den Spiegel geschaut? Die Zeit bleibt nicht stehen. Ich habe zu Hause so einen kleinen Regulator, eine Uhr von meiner Großmutter - und seit ich Kind bin, tickt die, sie ist nicht stehen geblieben. Und ich stehe manchmal da und denke, es ist zum Verrücktwerden, sie tickt einfach. Und mit jeder einzelnen Bewegung ist eine Bewegung weniger in meinem bescheidenen, kurzen, kleinen Menschenleben. Das ist einfach so. - Und du kannst sagen: „Das geht mich alles nichts an, mir passt das nicht. Ich bin dagegen. Bei der nächsten Abstimmung bin ich dagegen.“ - Das nützt nichts, das geht vorbei. Leben ist Vorbeigehen. Leben ist nicht Stehenbleiben und intellektuell ist das überhaupt kein Problem. Dazu muss man nicht in einen Vortrag, damit es einem jemand sagt. Das ist intellektuell alles klar.
Aber ist es in den Tiefen unserer Emotionen wirklich klar?
Und ich staune immer wieder, wie einem quasi ‚alten Buddhisten’ wie mir das manchmal für Sekunden nicht mehr klar ist. Wenn sich eine Veränderung anbahnt, die ich eigentlich lieber nicht möchte. Ich denke, ach Gott, - so wie Jesus da oben auf dem Berg, wo er sagt: „Oh! Könnte man nicht irgendwie diesen Kelch an mir vorüberziehen lassen? Könnte man diese Veränderung nicht einfach übergehen?“
Das ist ein ganz wichtiger Moment, oder? Da kommt was und er versucht noch für einen Moment, diesen „deal“ zu machen mit dem Leben. „Könnte man nicht irgendwie die Szene ausschneiden?“ - Aber das Leben geht weiter. Es geht in die Richtung, die seine Geschichte eben genommen hat, und das Leben ist auf dieser Ebene unerbittlich.
Man hat Kinder.. es ist für jede Mutter traurig, wenn sie ihr Kind sterben sieht ....
Ich will heute Abend nicht auf die Tränendrüse drücken, aber ich möchte sagen, das ist Tatsache. Leben verändert sich und etwas in uns weigert sich häufig .... ich sage nicht „immer“, ich rede nicht von jedem Einzelnen von uns hier, - aber häufig haben wir so einen blinden Fleck, wo wir denken, vielleicht stimmt das hier nicht.
Wenn wir z.B. konventionell heiraten. Das ist eine schöne Sache, ja, verbindlich -
man will miteinander den Weg gehen. Früher jedenfalls hat man gesagt: „Bis dass
der Tod uns scheidet.“ Diesen Vorsatz finde ich gut, weil dieser Vorsatz ist
die Motivation: „Wir wollen zusammen was
aufbauen, wir wollen zusammen den Weg gehen.“ Super!
Ich habe damals, als ich
geheiratet habe, hinter dem Altar draußen im Garten, wo wir geheiratet haben,
gesagt: „Ich heirate nicht ohne meinen Grabstein.“ Das klingt jetzt vielleicht
ein bisschen morbid. Nein, aber ich finde, das Bewusstsein der Vergänglichkeit
bringt uns seltsamerweise nicht in depressive, nicht in morbide
Zustände, sondern zu der Freude im Moment! Wir sind jetzt zusammen. Klar
können wir die Absicht haben, zusammen zu bleiben, etwas zusammen aufzubauen, d.h.
Haus, Dorf, Stadt, Nation, eine Familie.
Aber wenn wir vom
Glauben ausgehen, dass wir vom Fluss des Lebens an der Stelle
ausgeschlossen sind, werden wir früher oder später einfach darunter leiden,
weil das Leben keinen Halt macht.
Sind wir in der Lage,
Dinge verbindlich zu tun, miteinander verbindlich Beziehungen einzugehen, auch
im Wissen, dass es vergänglich ist? Das ist die Kunst!
Eine zweite Illusion,
die uns enorm viel Probleme bringt auf der gesamten Welt, ist die Idee, dass
Dinge durch und durch befriedigend sein können, so befriedigend sind, dass sie
bleibende Befriedigung verschaffen.
Wenn man den ersten
Punkt mal untersucht, diese Unbeständigkeit des Lebens, dann ist es einfach
folgerichtig, dass Dinge keine bleibende Befriedigung bringen können, - auch
wenn sie noch so gut schmecken. - Ich war vorher nahe daran, mir ein Eis zu
kaufen, bei der Eisdiele da unten. Aber ich hatte kein Geld dabei. - Es ist
kein Problem, ein Eis zu essen. Aber irgendwann ist es zu Ende. Und manchmal
sind wir froh, dass es zu Ende ist. Aber wenn es sich sehr gut anfühlt, dann
sagt unsere Gewohnheitsenergie: „Ich will aber nicht, dass es zu Ende geht. Ich
will, dass es befriedigend bleibt.“ -
Es bleibt nicht befriedigend. Es kann nicht, weil es der Veränderung unterworfen
ist. Wenn wir damit leben lernen, dass Dinge gar nicht dazu da sind, dass sie
gar nicht die Aufgabe haben, uns für ewig zu befriedigen, ist das so
erleichternd!
Nehmen Sie ihre schöne
Bluse: Frisch gekauft, gehen Sie in das Restaurant, verkleckern sie, .. Zigarette .. Loch .... So ist das Leben. Es bleibt nicht, es
befriedigt nicht ewig.
Hier ein Beispiel auf
der Beziehungsebene: Manchmal schleicht sich der Gedanke ein: „Mein Kind muss
dazu da zu sein, in irgendeiner Weise mich zu befriedigen.“ Dass es
einen bestimmten Beruf erlernt, eine bestimmte Person heiratet oder eine
bestimmte Lebensweise hat ...
Können wir die Dinge
wieder entlasten und damit auch entlassen?
Können wir sie aus
diesem Bann entlassen, uns bleibende Befriedigung bringen zu müssen?
Wie viel leichter ist
eine Freundschaft, die nicht um alles in der Welt befriedigen muss! Auch
hier: die Schönheit geht erst dann auf, wenn es nicht mehr sein muss.
Weil ich genieße, wenn es ist, und es ist ok, wenn es dann nicht mehr ist. Das
ist so eine Leichtigkeit, die hier rein kommt ...
Und eine dritte
Illusion, ein dritter Punkt, von dem der Buddha immer sprach, ist diese
Schlussfolgerung, die sich aus unserer Biologie heraus ergeben hat, aus der Art
und Weise, wie wir wahrnehmen und wie wir denken, wie wir fühlen. Unser
Bewusstsein hat sehr früh gelernt, eine gewisse Rückkopplung zu machen, d.h.
wir nehmen die ganze Außenwelt mit den Sinnen wahr und beginnen eine
Rückkopplung zu machen, die als Schlussfolgerung hat: Ich bin ein
absolutes oder abgetrenntes Etwas, ein Individuum, und dieses Individuum muss
Befriedigung haben. Und der Rest
interessiert uns nur sehr bedingt. Je weiter draußen an diesen Zwiebelschalen
jemand steht, desto weniger interessiert es uns. Da sind vielleicht noch ich,
meine Partnerin oder mein Partner, meine Kinder und meine Verwandschaft, meine
Freunde, - und der Rest interessiert uns immer weniger. Aber wenn wir ganz
ehrlich sind, hört es häufig hier auf. Und diese Idee, die sich aus unserer
Wahrnehmung und aus unserer Biologie ergeben hat – „Ich bin ein abgetrenntes
Etwas.“ - die führt letztlich zu unglaublichen Komplikationen und beinhaltet
aber in ihrer Auflösung ungeahnten Reichtum.
Zuerst die
Komplikationen. Was wir alle ja wissen: je stärker diese Absonderung, diese
Abgetrenntheit ist, desto egozentrischer ist unser Denken, Fühlen und Handeln,
und dass das gewisse Probleme auf der Welt verursacht, das brauche ich Euch
nicht zu sagen. Das sehen wir alle jeden Tag. Wir machen auf dieser Seite der
Welt etwas und irgendwann merken wir, dass damit auf der anderen Seite der Welt
etwas ausgelöst wird, was früher oder später wieder auf dieser Seite der Welt
zum Ausdruck kommt. Dieses globale Denken ist uns heute tatsächlich näher
geworden. Das heißt noch lange nicht, dass wir deshalb fähig sind, darüber
hinauszuwachsen. Aber es ist heute leichter, davon zu reden.
Thich Nhat Than hat
einen Begriff geprägt, der heute sehr weit verbreitet ist. Er nennt dieses
totale Verwoben-Sein des Lebens, dass alle Dinge miteinander nicht nur an
kleinen Nabelschnüren verbunden sind, sondern wirklich total ineinander greifen
und verbunden sind, - das nennt er „Intersein“.
Alles ist total miteinander verwoben. Diese Einsicht könnte
tatsächlich auch für uns kleine Individuen enorme Veränderungen mit sich
bringen.
Der Dalai Lama hat eine
für ihn ganz typische Schlussfolgerung gemacht. Er hat gesagt: „Stellt euch mal
das Verhältnis zwischen Ich und Anderen vor. Wie viel Ichs gibt es? - Eins.
- Wie viel Andere gibt es? - Ich glaube,
fast 7 Milliarden,
also viele! - Könnte ich
mich am Glück anderer erfreuen, würde sich mein Potential zum Glücklichsein um
1 zu 7 Millarden vervielfachen!“
Mit
anderen Worten: Wenn ich lerne, mich mitzufreuen, mitzufühlen, am Glück anderer
teilzuhaben, steht mir ein unermessliches Potential offen.
Das
geht nicht so leicht. Aber es ist machbar, weil wir die Fähigkeit dazu
angeboren haben. Sie beginnt schon ganz im Kleinen mit Einfühlungsvermögen. Der
Mensch besitzt Einfühlungsvermögen, Empathie. Wir können dieses Tor, diese
Möglichkeit in uns öffnen und für uns erobern: Einfühlungsvermögen für andere.
Wir brauchen das nicht irgendwo von außen bekommen. Es ist bereits im Tierreich
angelegt. Tiere sind nicht so egozentrisch, wie wir Jahrhunderte gemeint haben.
Viele Untersuchungen heute zeigen, wie Tiere viele Ansätze von dieser Empathie
haben - und wir sind Tiere, die diesen Ansatz von Empathie in die Wiege
bekommen haben.
Wir
können diesen Ansatz in unserem Menschsein zu einer Blüte bringen. Und mir
scheint es manchmal so, als würden wir noch im Kindergarten leben.
Ich
kann mich noch an eine kleine Geschichte im Kindergarten erinnern. Dort haben
wir so kleine Finger-Männchen gemalt. Punkt-Punkt-Punkt, Nase ... und das waren
der Hansi, die Maria und so weiter und die haben miteinander geredet. (zeigt die
Finger einer Hand, gibt ihnen die verschiedenen Namen)
Vielleicht
eine kleine Kappe drauf .. süß .. und
die zwei, die lieben sich wahnsinnig. „Ach, wenn ich noch mit Dir sein könnte
...“ und dann sagt sie: „Wir wohnen so weit auseinander.“ Der wohnt in der
Schweiz und sie wohnt in Nördlingen.
„Ach, wir sind so getrennt - ist das
nicht schrecklich?“ „Ja, wir probieren es mal, wir schaffen es schon.“
Aber
die beiden kommen gar nicht aus. (lässt zwei andere Finger miteinander
sprechen)
Die
sagt: „Du bist ein dicker Kerl.“ Er sagt: „Du bist eine dünne Rute.“ – „Du bist
ein Moslem.“ – „Du bist ein Buddhist.“ Und so weiter, ich weiß nicht, was noch
alles.
Die
ganzen vielfältigen Probleme entstehen alle so
quasi untereinander - und was keiner merkt, aber wenn man genauer hinschaut,
wird klar, dass alle zusammengehören. Das ist nur eine einzige Hand, sie
gehören alle zusammen. Niemand schaut auf die Füße, nur da oben wird
gequatscht, geliebt, geredet, gestritten, gehasst. Eigentlich gehören sie alle
zusammen.Diese Fähigkeit, unser tiefstes Zusammengehörigkeitsgefühl zu
entwickeln, die kann nur kommen, wenn wir tatsächlich wieder in die Stille
kommen, wenn wir uns nicht ständig mit den Dingen von morgen, mit unseren
Ängsten, mit unseren Vorstellungen über das Leben, wie das Leben sein sollte,
beschäftigen, sondern wenn wir hier und jetzt präsent sind.
„Und,
wie geht’s Dir?“ - „Schön, dass du da
bist.“ - Menschliche Wesen, die sich einfach begegnen ...
Ich
glaube nicht, dass die Menschheit heute und morgen zu dieser totalen,
wunderbaren Menschheitsfamilie zusammenkommt. Wir sind unglaublich verschieden.
Verschiedene Bedürfnisse, verschiedene Weltsichten usw.
Die
Illusion, dass wir morgen schon die große Weltfamilie sind, die habe ich
reserviert für andere, ich kann das nicht teilen. Das ist auch gar nicht
notwendig.
Wir
können in einem Respekt der Andersartigkeit ohne weiteres miteinander leben. Es
muss nicht jeder genau gleich aussehen, der eine kann dick sein, der andere
dünn, einer lang und einer kurz. Das geht alles wunderbar zusammen. Warum?
Einfach aus dem nötigen Respekt. Respekt für die Andersartigkeit anderer.
Solche
Elemente wie Respekt, Empathie, Einfühlungsvermögen wachsen aus der Stille, und
diese Stille bringt eine Qualität nicht nur von Präsenz, sondern auch
Achtsamkeit. Das ist ein Wort, das ich heute nicht mehr sehr gerne verwende,
weil es schon ein bisschen verkommen ist. Achtsam heißt - unvoreingenommen,
unvorbelastet sehen zu können, hinhören zu können, da sein zu können. Nicht
immer das Eigene schon drüberzustülpen. Wir nennen es im Englischen „bare
attention“ - eine nackte, reine Achtsamkeit. Rein eben von den Zusätzen, die
ich immer drüberstülpe.
Wir
haben also, wenn man will, eine gewisse Reihenfolge.
Meditatives
Leben beginnt mit der Entscheidung, mal innezuhalten. Wenn wir innehalten,
sehen wir, was unser Geist macht: dass er ständig ausgreift - und wir bekommen
den Mut, wir erobern den Mut, mal für einen Moment dem nicht nachzugehen, nicht
nachzurennen, weder davonrennen noch nachrennen. Hier zu sein und das Leben so
genießen, in einem wirklich umfassenden Sinn, wie es im Moment ist.
Jetzt
sagen Sie vielleicht: „Der kann gut reden, der hat keine Zahnschmerzen. Ich
soll mein Leben genießen mit Zahnschmerzen.“
Erstens
haben wir nicht immer Zahnschmerzen. – „Hat jemand hier drin keine? (fragt
Zuhörer direkt - Gelächter) - Dann freuen Sie sich doch!“
Es
gibt soviel Sachen, worüber man sich freuen kann. Am Anfang dachte ich, das ist
verrückt. Der Buddha sagte in einer seiner ersten Lehrreden: „Und ich bin mir
auch bewusst, was nicht da ist.“ Da dachte ich: „Das ist komisch. Warum soll
mich interessieren, was nicht da ist?“
„Haben
Sie gemerkt, wie viele Leute gelächelt haben, als sie sich erinnert haben, dass
sie keine Zahnschmerzen haben?“ (direkt an Zuhörer)
Wir
haben so viel. Der Geist ist aber häufig ausgerichtet auf „ja, aber“. Ich habe
zwar keine Zahnschmerzen, aber ich habe Rückenschmerzen.
Ich
habe in früheren Jahren, als ich nach der Lehre ein bisschen Geld verdienen
wollte, bevor ich nach Indien fuhr, im Stadttheater St. Gallen gearbeitet und
da gab es oben noch einen Typ, der die
Scheinwerfer rum-manipuliert hat. Und der Typ konnte also während des Stücks
den Scheinwerferkegel auf die Hauptperson richten, dann auf die Nebenrollen,
auf die oder jene Person. Dieses Bild ist mir irgendwie geblieben, weil wir
alle genau eine solche Position inne haben. Wir können den Lichtkegel unserer
Aufmerksamkeit irgendwo hinrichten, z.B. auf unsere Rückschmerzen, obwohl der
ganze Rest des Körpers im Moment noch gesund ist.
Oder
wir haben gestern vielleicht die Kündigung bekommen, - aber heute sind Sie da und haben vielleicht gute Freunde und
können irgendwie mit der Situation leben lernen. Aber der Geist denkt
immer an die Kündigung .. wie überlebe ich morgen, was mache ich morgen? ....
Ich
habe als Kursleiter die Erfahrung gemacht, wenn ich in einem Kurs zehn Personen
habe, dann sagen z.B. drei Leute nach dem Kurs: „Ah Marcel, das war super!“ -
oder die Netten: „Das war gut gemacht.“ Dann kommen vielleicht von zehn Leuten
sechs Leute, die sagen gar nichts. Die sind froh, wenn sie nach Hause können.
Aber eine Person kommt noch und meckert hier rum: „Das fand ich nicht gut und
jenes fand ich nicht gut und das Essen usw.“ .. Gott sei Dank gehen alle nach
Hause. An die Person, die gemeckert hat, denke ich am längsten. Wirklich! Mein
Geist ist verrückt! Was macht er? Drei Personen haben mich gelobt. Sechs waren
freundlich und sind gegangen. Eine Person hat gemeckert - und ich frage mich: „Oh, warum hat sie
gemeckert und ist nicht zufrieden? Was ist falsch an mir?“ - Sind wir nicht so?
Das ist unglaublich!
Ich
könnte das Verhältnis noch umkehren und sagen, neun Personen sind glücklich,
eine meckert, - und die Eine ist wichtiger als die neun!
Unser Geist hat häufig die Gewohnheit, den Lichtkegel
auf etwas zu richten, was nicht gut ist. Ich rede nur von dem, was ich immer wieder von den
Leuten höre, und was ich teilweise natürlich auch von mir kenne - wir haben die
Gewohnheit, den Lichtkegel auf etwas zu richten, was nicht gut ist.
Als ich in jungen Jahren in Hongkong auf einer Insel
ins Kloster ging, auf Lantau Island, da war
ich genau in diesem Zustand. So ein junger Mensch, der irgendwie glaubt, er
hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen, und der Mönch dort (ein Australier)
sagte eines Tages zu mir: „Marcel, ist dir eigentlich klar, welches dein erstes
Wort war, als du sprechen gelernt hast?“ Dann habe ich gesagt: „Na ja,
wahrscheinlich Mama oder so was.“ „Nein, du nicht. Dein erstes Wort war ‚but’!“
Das heißt auf gut Deutsch ‚aber’. So bin ich durch die Welt gelaufen. Alles,
was ich zu sehen, zu hören, zu riechen bekam, hatte irgendein Haar drin und ich
war absolut spezialisiert, das Haar in der Suppe zu finden. ‚But’
... und das ist nichts anderes als mit dem Lichtkegel dort
draufzugehen. „Das ist nicht ganz vollkommen, das ist nicht in
Ordnung, das könnte besser sein ....“ Natürlich ist es gut, Dinge zu
verändern, etwas zu verbessern. Das ist nicht das Problem, aber diese
Gewohnheit ist das Problem: nicht mehr zu sehen, was gut ist!
Und es ist die Achtsamkeit, die uns überhaupt
ermöglicht, zu erkennen, dass wir darin gefangen sind und die es auch
ermöglicht, wieder aussteigen zu können. Die
gesamte Lehre des Buddha war nie eine Lehre hin zu einer Religion. Klar, wie
bei Jesus, wie bei allen anderen - die Menschen haben die Religion als Gefäß
genommen, eine Institution daraus gemacht. Aber die Motivation des Buddha, 45
Jahre zu lehren, war einzig und allein, die Leute, die mit ihm waren, zu
befreien. Es ging alles hin auf Freiheit! Frei zu werden von diesen
automatisierten, eingeschliffenen Gewohnheitsprozessen, frei zu werden von
diesem Karma.
Es geht um Freiheit
- und es geht nicht um absolute Freiheit, die gibt es nicht. Es
geht um das Freiwerden von diesen Zwängen, den Lichtkegel immer auf das
Negative zu richten. Ständig etwas nachzurennen, was noch nicht ist. Wir
reden eigentlich von Verlangen und Gier. Wir reden von Aversionen. Um frei zu
werden von der Illusion dieser einsamen abgeschlossen Person. Wenn wir davon
frei werden können, bietet uns das Leben eine immense Freiheit. Keine absolute Freiheit. Wir brauchen alle
Luft zum Atmen, Nahrung, Freundschaft, Arbeit sprich Geld, damit wir leben
können. Wir sind immer eingebunden in Bedingungen, aber es gibt einen
Bereich, wo uns Freiheit zur Verfügung steht, die wir häufig einfach noch nicht
erobert haben.
Und diese Freiheit gilt es zu erobern. In
diese Freiheit gehört es, dass wir alt werden, dass wir krank werden, dass wir
sterben werden. Davon kommen wir nicht weg. Aber alt oder krank oder irgendwann
zu sterben, in dieser etwas größeren Leichtigkeit - ich denke, das ist etwas,
was manche einfach interessiert. Da ein bisschen Energie reinzustecken, lohnt
sich.
Wo stecken wir denn sonst die Energie rein!? Das ist
unglaublich! Ich weiß von einer Person, die hat eine Tiefgarage gemietet und
lauter Oldtimer-Wagen darin. Die hat soviel Oldtimer, dass sie gar nicht alle
fahren kann, auch während eines Jahres nicht! Wo stecken wir unsere Energie
rein?! Was machen wir mit unserem Leben!?
Ich glaube, das ist eine Möglichkeit oder eine
Botschaft, die der Buddha verkündet. Er sagt: „Wir sind mal hier, wir
sind Mensch, und wir haben ein Potential. Wir haben ein Bewusstsein, wir haben die Sinne, wir
können unsere Gewohnheiten mal anhalten und können für einen Moment lernen,
hier zu sein und sehen, was ist.“